Installateur- und Heizungsbaumeisterin Stefanie Brehm posiert vor einem großen Heizkessel.
Möchte den elterlichen Betrieb übernehmen: Installateur- und Heizungsbaumeisterin Stefanie Brehm.

Aus der Deutschen Handwerks ZeitungAls Stipendiat die Erfolgsleiter erklimmen

Stefanie Brehm und Marcello Kallmünzer sind Meister ihres Fachs. Brehm ist Installateur- und Heizungsbaumeisterin, Kallmünzer Konditormeister. Beide Handwerker zeichneten sich schon während der Ausbildung durch ihre guten Noten aus. Und alle zwei sind der Meinung, dass ihr Handwerk das schönste ist. „Ich liebe meinen Beruf über alles, weil er so kreativ ist“, sagt Marcello Kallmünzer. Und Stefanie Brehm meint: „Die Vielseitigkeit, der riesige Aufgabenbereich – all das macht meinen Beruf einfach einzigartig.“  Und noch etwas eint die zwei Spitzenhandwerker: Beide haben sich bei der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz für das Weiterbildungsstipendium der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung beworben und wurden angenommen. Das hat ihnen eine finanziell sorgenfreie Weiterqualifizierung ermöglicht.

Das Herz schlägt fürs Handwerk

„Ich hätte mir sonst niemals die teuren Sonderkurse zur Schokoladenverarbeitung oder Pralinenherstellung leisten können“, sagt Marcello Kallmünzer, der über das Weiterbildungsstipendium der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung teilweise auch seinen Meisterkurs bei der Handwerkskammer finanzieren konnte. Beim Meisterkursabschluss im Straubinger Bildungszentrum durfte sich der gebürtige Regensburger erst kürzlich über sein Abschneiden als Kursbester freuen (siehe auch Text auf Seite 8). Sein gutes Abschneiden bedeutet dem 23-Jährigen viel: „Ich habe mich da richtig reingekniet und mein Bestes gegeben. Mich macht dieser Erfolg glücklich“, so der Herzblut-Konditor, der bereits als Geselle Kammersieger bei der Deutschen Meisterschaft im Handwerk wurde. Stefanie Brehm hat erst relativ spät und per Zufall vom Weiterbildungsstipendium erfahren. „Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich dank der finanziellen Zuwendungen meinen Kopf für den Meisterkurs komplett frei hatte.“ Die 26-jährige Handwerksmeisterin stammt zwar aus einer Handwerkerfamilie, wollte den elterlichen Betrieb nach ihrem Realschulabschluss zunächst aber gar nicht übernehmen. Stattdessen schloss sie bei einem international agierenden Autokonzern ihre Ausbildung zur Elektronikerin für Betriebstechnik ab. „Im Anschluss habe ich in Australien ein halbes Jahr ,Work and Travel` gemacht. Mein Vater hat mir damals angeboten, mir das nötige Geld für die Reise bei uns im Betrieb zu verdienen“, erzählt die junge Frau lachend: „Das war ganz schön clever von ihm, denn dadurch ist mir bewusst geworden, dass ich viel lieber ins Handwerk möchte.“

Die Selbstständigkeit als Ziel

Bei der anschließenden Ausbildung zur Anlagenmechanikerin SHK im elterlichen Betrieb, hat sich Stefanie Brehm als bereits zweite weibliche Auszubildende bei „Konrad Brehm Haustechnik“ ordentlich beweisen müssen. „Keiner von unseren Mitarbeitern machte daraus einen Unterschied, ob ich ein Mädel war oder nicht. Sie haben mich von Beginn an als Kollegin gesehen, der man grundsätzlich alle Arbeiten zuteilen konnte. So musste auch ich stemmen, schlitzfräsen und Arbeiten erledigen, die man nicht gerne alle Tage macht, in meinen Fall zum Beispiel WCs erneuern“, so die junge Frau augenzwinkernd. Heute ist sich Stefanie Brehm sicher: sie will die Firma, die 1964 von ihrem Großvater Konrad Brehm Senior gegründet wurde, irgendwann in dritter Generation übernehmen. Auch Marcello Kallmünzer kann sich in ein paar Jahren die Selbstständigkeit durchaus vorstellen. „Im Moment fühle ich mich aber noch nicht bereit dazu. Ich will noch weiter dazulernen und Erfahrungen sammeln.“ Weil der Konditormeister in Sachen Eisherstellung viele Ideen hat, arbeitet er seit Kurzem in einem Regensburger Café, in dem exquisites Eis handwerklich hergestellt wird. „Denn Eisherstellung hat mir in meinem Repertoire noch gefehlt“, sagt er. Für die Zukunft sieht sich der Konditormeister für seine beruflichen Träume bestens gerüstet: „Irgendwann eine kleine Auftragskonditorei mit angeschlossenem Café – das wär`s!“. Kallmünzer ist – genauso wie Stefanie Brehm – kürzlich aus dem Stipendiatenprogramm ausgeschieden. Beide Handwerksmeister möchten jungen Gesellen Mut machen, sich auf jeden Fall zu bewerben: „Denn mit einer guten Handwerksausbildung stehen einem so viele Türen offen.“

 Deutsche Handwerks Zeitung

Ein Artikel aus der Deutschen Handwerks Zeitung vom 14. März 2025.



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